Oma.♥
Dann kamst du wieder raus. Und alles war wie immer. Du warst wieder zu Hause, du warst wie immer. Immer gut drauf, immer nett, immer am kochen und putzen. Immer hast du dich um alle anderen gekümert. Vielleicht warst du nicht immer da, aber trotzdem immer zur Stelle. Meine Erinnerung reicht auch nicht so weit dass ich mich an alles haargenau erinnern kann. Dazu war ich zu klein. Ich hab nicht genau verstanden wie schlimm Krebs ist. Irgendwann kam er wieder, aber dann warst du wieder gesund.
Und vor ungefähr 2 Monaten kamen die Schmerzen wieder. Du kamst ins Krankenhaus, du hast starke Medikamente bekommen. Ich habe dich besucht, und du hast so stark abgenommen, lauter Infusionen hast du bekommen. Du sahst krank aus, aber dennoch hast du gelacht und erzählt wie immer. Aber 2 Tage bevor du gestorben bist hast du gesagt dass du nicht mehr kannst und nicht mehr willst. Du hast gesagt dass du so ein erfülltes Leben hattest und dass du keine Schmerzen mehr leiden willst. Du hast dir gewünscht dass wir auf deiner Leich nicht um dich trauern sondern dass wir uns an die schönen Momente mit dir erinnern. Mama hat den Urlaub abgesagt weil sie meinte dass wenn du stirbst dass sie dann nicht woanders sein will, aber du wolltest unbedingt dass wir Kinder Spaß haben. Dann wolltest du dass wir in ein Feriencamp gehen. Linda & ich sind dann in die Reiterferien. Du hast dir in deinem Sterbensbett gewünscht dass wir dort viel Spaß haben und es geniessen, du wolltest einfach nur zu Gott, in seine Hände, in den Himmel. Aber dennoch warst du wie immer. Für das Essen nach der Beerdigung hast du dir die Gerichte ausgesucht. Vorspeise, Hauptmenü und Nachspeise. Wie immer, alles hast du perfekt organisiert. Du hast deine Wünsch geäußert, du hast gesagt dass du uns alle liebst. Und dann, 2 Tage danach bist du am 28.8.2011 gestorben. Hast uns verlassen. Du hast einfach aufgehört zu atmen. Papa hat mir am Tag davor gesagt dass es dir nicht gut geht und dass es in den nächsten Tagen wahrscheinlich zu Ende sein wird. Ich wollte es nicht glauben. Weil ich wollte dass ein Wunder geschieht und weil ich nicht fassen konnte dass so tapfere Menschen wie du sterben sollten. Und am Morgen kam ich aus dem Bad, Papa saß auf meinem Bett und er sagte mir dass du gestorben bist. Ich konnte nichts sagen außer nein. Nein, weil ich nicht glauben wollte dass es zu Ende ist, weil ich es nicht glauben konnte. Weil es unfassbar ist. Und ich legte meinen Kopf auf seinen Schoß und weitne. Er meinte du hast es jetzt geschafft. Du hattest ein glückliches Leben. Aber trotzdem hast du es nicht verdient an Krebs zu sterben. Einen Tag nach deinem Tod bin ich mit meiner Schwester in die Reiterferien gefahren. Am liebsten hätte ich es nicht getan, weil ich traurig war. Traurig, erschöpft und müde. Aber ich hab es für dich getan. Ich habe mich aber immer geschämt wenn ich Spaß hatte, wenn ich mich freute. Aber es war so, dass ich nicht glaubte dass du gestorben bist. Dass ich es nicht fassen konnte. Aber du wolltest dass wir Spaß haben.
Am Donnerstag war die Beerdigung. Wir wurden Mittwoch Abend abgeholt. Als ich meinen Vater auf dem Hof sah musste ich weinen. Wegen dir. Ich glaubte nicht dass du in deinem Sarg liegst und nicht mehr atmest. Und am Donnerstag war es so weit. Ich stand um halb 8 auf, zog mich an, frühstückte, fuhr mit meinem Vater, seiner Freundin und meiner Schwester zu deinem 2. Sohn, meinem Onkel. Wir warteten. Dann fuhren wir zur Kirche. Alles wie in Trance. Weil ich es nicht glaubte. Die ganze Messe über habe ich geweint. Alle haben geweint. Ich bin nicht aufgestanden um die Hostie zu nehmen, weil ich nicht konnte. Die meiste Zeit schaute ich auf den Boden und weinte. Dann ging es zum Friedhof. Zuerst in eine Kapelle in der dein Sarg stand. Es wurde nur schlimmer. Ich weinte und weinte. Mein Vater, dein Sohn fing an zu weinen. Alle aus der Familie weinten, alle deine Freunde, Bekanten und Verwandten weinten. Um dich, weil du von uns gegangen bist. Dein Sarg wurde zum Grab getragen. Wir gingen hinterher. Ich schaute zu Boden und weinte mit meiner weißen Rose in der Hand. Dein Sarg wurde in das Grab hinuntergelassen. Ich weinte. Immer schlimmer. Wir alle weinten. Opa, dein Ehemann schmiss eine rote Rose in das Grab. über 40 Jahre wart ihr verheiratet. Seid ihr verheiratet. Dann kamen meine Tante, mein Onkel, meine 3 Geschwister und dann ich. Ich trat vor, wurf die Rose in dein Grab, nahm eine Schaufel Erde, kippte die Erde hinein. Ich nahm weiße Rosenblätter und warf sie hinein. Und zuletzt nahm ich Weihwasser und streute es über deinen Sarg. In das Grab hinein. Danach trat ich schnell zurück und schaute auf den Boden. Ich weinte. Und weinte. Und weinte. Es stach in meiner Brust. Mein Herz stach. Weil ich weinte. Und an dich dachte. Ich wusste, dass du unten im Grab in dem Sarg lagst, aber dennoch glaubte ich dran dass du gleich rausspringst, quicklebendig. Aber das hast du nicht getan. Weil du aufgehört hast zu atmen und deine Seele schon bei Gott war.
Wir fuhren nach Hause, holten die Sachen, fuhren zum Essen. Mein Vater zitierte dich und sagte: 'Meine Mutter hat gesagt, auf ihrer Leich sollte es lustig sein!' Ich versuchte es. Ich weinte nicht, aber dennoch war ich traurig. Das Essen war 'Sensationell' wie du gesagt hättest. Es waren so viele Leute da die an dich dachten. Wir hatten die ganze Gaststätte gebucht, und dennoch reichte der Platz nicht ganz aus. Alles kamen für dich.
Und jetzt sitze ich hier auf der Treppe und weine. Still und leise. Aber ich weiß dass du jetzt in den Händen von Gott bist und du keine Schmerzen mehr hast und es dir gut geht. Papa meinte du würdest oben jetzt alles putzen und die Ordnung halten. So wie du es hier immer gemacht hast. Jetzt geht es dir gut.
Die Beerdigung hat mir geholfen es besser zu verarbeiten. Es mehr zu glauben. Dafür sind solche Rituale gut. Aber irgendwie denke ich doch das du hier bist, neben mir sitzt und mir über die Schulter guckst und mich tröstest. Ich weiß dass du immer bei uns bist und durch unsere Träume gehst. Wie es auf deinem Sterbensbildchen stand. Und irgendwann wenn ich auch alt und grau bin komme ich zu dir in den Himmel. Dann sind wir alle wieder zusammen.
Ich liebe dich Oma, egal wo du bist, egal was du machst. Ich liebe dich für immer und ewig. Du bist die tollste Oma die man sich vorstellen kann. Für immer und ewig! ♥
Mein Beileid, Lucie. Wie ich es deinem (wirklich wunderschönen) Text entnehmen konnte, war deine Oma eine starke Frau. Und jetzt muss sie nicht mehr leiden, sie ist tot, aber nicht verschwunden. Sie lebt in euren Herzen weiter. Nochmals mein Beileid an deine ganze Familie! <3
AntwortenLöschenMein Beileid meine Süße, ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst. Meine Oma ist zwar vor 3 Jahren schon gestorben, aber ich habe 10 Jahre bei ihr gewohnt. Ich werde niemals den Anblick meiner Mutter vergessen, wie sie verzweifelt geweint hat und immer wieder zusammengebrochen ist. Zu meinem Glück vllt. war ich nicht auf die Beerdigung, denn ich konnte nicht mit nach Rumänien fahren. Deswegen ist sie für mich nicht wirklich weg. Ich denke immer noch, dass sie immer noch da ist, und auf uns wartet.
AntwortenLöschenAber sie ist es nicht und ich denke, es ist auch besser wenn Menschen von ihre Schmerzen erlöst werden. Ja es tut weh....es tut länger weh, aber irgendwann vergeht der Schmerz und dann sollte man sie immer gut in Erinnerung behalten. Denn dash haben sie verdient. Und wenn man sie nicht vergisst, dann sind sie immer bei uns.
Mein herzlichstes Beileid
AntwortenLöschenMein herzlichstes Beileid, Süße! <3
AntwortenLöschenSie ist zwar nicht mehr hier, aber die schönen Momente und Erinnerungen werden dir immer bleiben. Es geht ihr bestimmt gut, wo sie jetzt ist.
<333